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MDRfragt fordert eine größere Zuwanderung regulärer Fachkräfte und einen schnelleren Einstieg für Asylsuchende in den Arbeitsmarkt


Große Zustimmung zur Lockerung von Arbeitsverboten

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Die Ampel-Regierung hat sich darauf verständigt, bestehende Arbeitsverbote für Asylsuchende zu verkürzen und zu lockern. Bei der MDRfragt-Gemeinschaft stößt dieser Vorschlag auf großen Zuspruch: Weniger als ein Fünftel ist dafür, die bestehenden Verbote beizubehalten oder sogar zu verschärfen. Im Gegenzug sind mehr als zwei Fünftel dafür, die Arbeitsverbote zu lockern. Ein Drittel wäre sogar dafür, Arbeitsverbote für Asylsuchende komplett abzuschaffen.

Befragte sind überwiegend für Bezahlkarten statt Bargeld

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Die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Bundesländer sprachen sich zuletzt dafür aus, kein Bargeld mehr auszuzahlen, sondern Asylsuchende stattdessen mit Bezahlkarten auszustatten, mit denen sie in bestimmten Geschäften einkaufen können.

Auch für diesen Vorschlag gibt es viel Sympathie unter den MDRfragt-Teilnehmern. Weniger als jede und jeder Zehnte hält diesen Vorschlag für falsch oder eher falsch. Die große Mehrheit hält die Einführung von Bezahlkarten für richtig oder eher richtig.

Ich bin der Meinung, Sachleistung reicht völlig aus.

Eines der häufigsten Argumente der Befürworterinnen und Befürworter der Bezahlkarten ist jenes, das auch Jörg (61) aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt formuliert: "Damit wird verhindert, dass das überschüssige Geld ins Ausland tranferiert wird. Da kann man gar nicht dagegen sein."

Andere Befragte sehen eher einen größeren Anreiz für die Geflüchteten, sich eine Arbeit zu suchen, wenn es überwiegend Sachleistungen und Bezahlkarten gibt. "Ich bin der Meinung, Sachleistung reicht völlig aus", schreibt etwa Jana (44) aus Dresden. "Es sollte den Leuten schnell die Möglichkeit gegeben werden, Arbeit zu finden und eigenes Geld zu verdienen."

Doch es gibt auch kritische Stimmen: "Kompliziert, bürokratisch, entwürdigend", fasst Kathleen (53) aus dem Landkreis Bautzen ihre Sicht zusammen. "Wer kein Bargeld hat, wird sich welches beschaffen. Die Kriminalitätsrate dürfte deutlich ansteigen", befürchtet Markus (64) aus dem Landkreis Leipzig.

Einwanderung von Fachkräften erleichtern? - Ja!

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Ein Großteil der MDRfragt-Gemeinschaft hält es für richtig oder eher richtig, dass die Möglichkeiten ausgeweitet werden, als Arbeitskraft einzuwandern: Fast drei Viertel sind dafür. Etwa jede und jeder Vierte hält das für falsch oder eher falsch.

"Wenn wir unser Wirtschaftsniveau auf demselben Level halten wollen, benötigen wir ausländische Arbeitskräfte", ist etwa Finn (21) aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld überzeugt.

Sonst kommt irgendwann kein Bus mehr, sonst kommt irgendwann kein Pflegedienst mehr, sonst ist irgendwann kein Arzt mehr im Krankenhaus.

Und Andy (28) aus dem Landkreis Bautzen meint, es sei jeden Tag spürbar, wie sehr Arbeitskräfte fehlten: "Vor allem wir im Osten sind auf diese Menschen angewiesen. Hier fallen jetzt schon Züge und Busse aus, weil kein Personal da ist – der Personalmangel ist mittlerweile so extrem zu spüren." Aus Sicht des 28-Jährigen müsse mehr Menschen klar werden, dass wir auf Zuwanderung angewiesen seien und es eine Willkommenskultur brauche: "Sonst kommt irgendwann kein Bus mehr, sonst kommt irgendwann kein Pflegedienst mehr, sonst ist irgendwann kein Arzt mehr im Krankenhaus."

Damit beschreibt MDRfragt-Mitglied Andy, wie sich der Arbeitskräftemangel jetzt und künftig auswirken könnte - wenn er nicht gelöst wird. Doch in der Frage, ob Arbeitskräfte-Zuwanderung eine Bedingung ist, um den Mangel zu lösen, sind sich die Befragten uneins: Etwa gleich viele sind überzeugt, dass es dafür gezielte Einwanderung braucht – ebenso viele sind der gegenteiligen Auffassung.

Arbeitskräftemangel ohne Zuwanderung lösen - aber wie?

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Manche Befragte sind der Meinung, es gebe genügend arbeitsfähige Bevölkerung, es müssten nur mehr Anstrengungen unternommen werden, um sie aus- und weiterzubilden. "Wir brauchen nur geschickt umschichten", formuliert es etwa Andreas (54) aus dem Landkreis Gotha. "Arbeitsfähige konsequent in den Arbeitsmarkt und fertig."

Und Dietmar (64) aus Dresden meint, die Familienpolitik müsse sich ändern. "Wir brauchen eine Familienpolitik, welche es den Menschen ermöglicht, mehr Kinder zu bekommen und eine Lohnpolitik, welche das ermöglicht. Es wäre schändlich, anderen Ländern die Fachkräfte abzuziehen, die sie selbst benötigen."

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Author: Matthew Sawyer

Last Updated: 1698213722

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